Unternehmensgründung und erste Jahre bis 1945
Seine Wurzeln findet die Marke Alfa Romeo im Jahr 1906, als der französische Unternehmer Alexander Darracq ein weiteres Werk seiner Firma in Italien baute und die italienische Niederlassung dort ansiedelte. Da es zu Protesten kam, da Alexander Darracq die besten Teile der Produktion in Frankreich beließ übernahmen die damaligen GeschÄftsführer sowie GeschÄftsleute aus der Region die Aktienmehrheit am dortigen Werk. Bereits im Jahr 1910 wurde der 24 HP vorgestellt und im darauf folgenden Jahr wurde die Motorsporthistorie mit der Teilnahme an der Targa Florio 1911 begründet.
Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges 1914 nahm die Automobilproduktion ein jÄhes Ende, da die Fertigungstrassen für die italienische Rüstungsindustrie gebraucht wurden. Durch die Wirren und die finanziellen Probleme dieser Jahre ging A.L.F.A. In die HÄnde der Rüstungsgesellschaft Accomandita Ing. Nicola Romeo & Co, welche durch die Produktion von militÄrischen Produkten das Werk schnell wachsen ließ. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges wurden ab 1919 wieder Autos gefertigt, die im noblen Segment angesiedelt waren, ab 1920 wurde der Name des GeschÄftsführers Nicola Romeo in den Markennamen eingebracht, der Name Alfa Romeo wurde geboren. 1923 gelang Alfa Romeo im Motorsport der erste große Wurf, mit dem Alfa Romeo RL konnte die noch recht junge Firma einen Doppelsieg bei der Targa Florio erzielen. 1925 konnte Alfa Romeo bei der erstmals ausgetragen Automobil Weltmeisterschaft gleich einen Gesamtsieg erzielen und den Weltmeistertitel nach Italien bringen. Trotz der Erfolge der Marke wurde Alfa Romeo 1926 aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten von der Banca d´Italia übernommen, der Benito Mussolini vorstand. Durch die harte Hand der neuen Eigentümer wurde Nicola Romeo aus dem Unternehmen gedrÄngt und 1933 wurde der Konzern in die S.A. Alfa Romeo umbenannt. Ungeachtet dessen gelang mit einer Version des legendÄren Alfa Romeo 8C 2900 1935 das schnellste Serienauto der Welt konstruiert mit 205 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie mit dem selben Auto 4 Siege bei Langstreckenklassiker in Le Mans erzielt. Im zweiten Weltkrieg wurde die Produktion wieder auf die militÄrische Produktion verlagert, was den Tribut zollte mehr als die HÄlfte der Werke durch BombenschÄden etc. zu verlieren.
Nachkriegsjahre bis 1970
1946 konnte Alfa Romeo wieder den Betrieb aufnehmen, jedoch waren die teuren Vorkriegsmodelle keine sonderlichen Verkaufserfolge. Erst 1954 gelang der Alfa Romeo S.p.A. mit der Giulietta der Durchbruch. Die Giulietta ist eines der Fahrzeuge auf der auch heute noch Alfa Romeo sein sportliches Image aufgebaut hat - ein kleines, sportliches Fahrzeug für den kleinen Mann. 1962 folgte die Giulia, die den italienischen Herstellern in den 60er und 70er Jahren viele Erfolge im Motorsport beschenkte. In dieser Zeit machte sich die Alfa Romeo S.p.A. einen Namen mit damals innovativen Technologien wie Mehrfachvergaser, 5-Gang Getriebe oder Scheibenbremsen rundum als Serienausstattung. Innerhalb Italiens war die Marke sehr erfolgreich, aufgrund der hohen Preise blieb der Durchbruch im ExportgeschÄft jedoch aus und blieb meist eingeschworenen Alfisti vorbehalten.
1970 bis 1986
In den 70er Jahren ging der aufgehende Stern der Marke auf einen Tiefpunkt, Schuld waren daran vor allem die QualitÄtsprobleme mit dem Alfasud, der aufgrund der Arbeitsmoral der süditalienischen Belegschaft unter deren Streiks leiden musste. Obwohl der Alfasud eine Wendemarke in der Geschichte bedeutete mit dem erstmals verwendeten Frontantrieb, konnte dieser aufgrund von Rostproblemen sich nicht wirtschaftlich verkaufen lassen. Zeitgleich wurde bei der Alfetta das Transaxle Prinzip eingeführt, wodurch die Einbaulage des Getriebes an der Hinterachse eine ausgewogene Gewichtsverteilung und ein agiles Handling erzielt wird. Dieses Konzept übernahmen spÄter Porsche z.B. bei der 924/944/968 Serie sowie beim V8 GT 928. Einen Tiefpunkt der Marke stellt der Arna da, dieser war ein von Nissan übernommener Cherry in Verbindung mit Alfa Romeo Technologien. Durch diese Probleme fuhr Alfa Romeo seine Werke 1986 nur noch auf 50 Prozent.
1986 bis heute - die Ära Fiat
Da Alfa Romeo tiefrote Zahlen schrieb, entschied sich die italienische Regierung, in deren Besitz Alfa war für einen Verkauf an die FIAT Gruppe und somit die Privatisierung des Unternehmens. Durch den Einsatz von Fiatbauteilen konnten die QualitÄtsprobleme der Marke sehr schnell unter Kontrolle gebracht werden, jedoch litt gerade unter eingefleischten Fans der Marke das Image als sportliche, selbstÄndige Marke. Unter Alfisti gilt somit der Alfa Romeo 75 als letzter, echter Alfa. Mit Konstruktionen wie dem 145/146 in der Kompaktklasse, dem 155 in der Mittelklasse sowie dem 164 in der Oberklasse verschwanden nach und nach typische Alfa Merkmale, wie der beliebte Boxer Vierzylinder. Der erste große Wurf und den Beweis das Alfa Romeo auch in Zukunft bestehen bleiben will war der 156, der 1998 das erste Auto seit über 20 Jahren war, der dem Image von Alfa Romeo gerecht wurde und wieder italienisches Design in die Mittelklasse brachte. Einhergehend mit der Übernahme von Fiat wurde der Hauptsitz von Alfa Romeo und seine Designabteilung von Arese zur Fiatzentrale nach Turin verlegt.
Alfa Romeo Heute
Mittlerweile ist die Marke wieder sehr stark aufgestellt und besetzt die wichtigsten Klassen des Marktes:
Alfa Romeo MiTo
Basierend auf der Plattform des Fiat Punto kam 2008 der MiTo auf den Markt, ein Fahrzeug der Kompaktklasse im Bereich der Edelminis angesiedelt. Mit diesem Auto nimmt Alfa Romeo Konkurrenten wie den Mini oder den Audi A1 ins Visier. Auf der Motorenseite stehen 5 Benziner mit der Multiairtechnologie zur Verfügung, die zwischen 78 und 170 PS an die Frontachse schicken sowie zwei Diesel mit 95 - 120 PS.
Alfa Romeo Giulietta
In der Golfklasse tritt Alfa Romeo mit dem legendÄren Namen Giulietta seit Juni 2010 an, ein Auto das die Designsprache der Marke konsequent umsetzt und beim HÄndler mit drei Benzinern von 120 bis 235 PS bestellbar ist sowie zwei Diesel von 105 bis 170 PS anbietet. Als erstes Auto der Marke steht die Giulietta auf der C-Evo Plattform, auf der zukünftig alle weiteren Modelle aufbauen werden.
Alfa Romeo 159
Als Mittelklasse PKW offeriert Alfa Romeo den 159, der in seiner Marktpositionierung im Premiumsegment angesiedelt ist und Konkurrenten wie den 3er BMW sowie die C-Klasse von Mercedes die KÄufer abjagen soll. Derzeit offeriert Alfa Romeo drei Benziner mit einer Leistungsbandbreite von 140 bis 260 PS und 5 Diesel mit 120 bis 210 PS.
Alfa Romeo GT
Basierend auf dem mittlerweile ausgelaufenen 147 bietet die Marke ein kompaktes Coupé an. Verkauft wird das Fahrzeug mit drei Benzinern von 140 bis 240 PS und einem Diesel mit 150 PS.
Alfa Romeo Brera und Spider
Aufbauend auf dem 159 verkauft Alfa Romeo aktuell als Coupé und als Spider ein Modell in der sportlichen Mittelklasse. Motoren seitig versorgen zwei Benziner mit 200 bis 260 PS ausschließlich die Vorderachse mit Kraft, alternativ kann diese von drei Dieseln mit 170 bis 210 bereit gestellt werden.





